Aktualisiert am · berücksichtigt offizielle Angaben bis zum 6. Oktober 2026 · keine medizinische Beratung
Dies ist eine Übersetzung der englischen Fassung, die als Referenzversion gilt. Zitate aus englisch- und russischsprachigen Quellen haben wir übersetzt.
Kurz gefasst
Eine Person ist gestorben. Eine 28-jährige Laborantin des Irkutsker Forschungsinstituts für Pestbekämpfung Sibiriens und des Fernen Ostens wurde am 29. September ins Krankenhaus eingeliefert und starb in der Nacht zum 2. Oktober. (RFE/RL, CBS News)
Pest ist als Todesursache nicht bestätigt. Laut der russischen Verbraucherschutz- und Gesundheitsbehörde Rospotrebnadzor starb sie an einer „Lungenentzündung unbekannter Ursache“. Am 6. Oktober erklärte die WHO, es sei keine Todesursache offiziell bestätigt worden; Laboruntersuchungen seien im Gange. (RFE/RL, WHO-Briefing in Genf)
Es wurden keine Folgefälle gemeldet. Rund 200 Kontaktpersonen wurden unter Beobachtung gestellt. Am 6. Oktober teilte Russland der WHO mit, die Überwachung aller Kontaktpersonen sei beendet; es sei kein Fall von Pest oder einem anderen hochgefährlichen Erreger festgestellt worden. (ECDC, AP/PBS)
Vorläufige Risikobewertung der WHO: mäßig bis gering für Irkutsk, gering für Russland insgesamt und sehr gering für die WHO-Region Europa. (WHO-Briefing in Genf)
Was sich am 6. Oktober geändert hat
Die WHO nannte erstmals Risikostufen: mäßig bis gering für Irkutsk, gering für Russland, sehr gering für die WHO-Region Europa. Ihr Sprecher sagte, es gebe „keinen Hinweis darauf, dass wir es mit etwas Ähnlichem wie der Pandemie zu tun haben“. (WHO-Briefing in Genf, AP/PBS)
Russland teilte der WHO mit: „Die medizinische Überwachung von 100 % der Kontaktpersonen ist nun abgeschlossen.“ In Irkutsk sei kein Pestfall registriert worden. Früher am selben Tag hatte ein lokaler Beamter den Anteil der aus der Beobachtung Entlassenen mit etwa 60 % angegeben. (AP/PBS, The National, IBTimes UK)
Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC): keine Berichte über Folgefälle und keine Hinweise auf eine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch. (ECDC)
Die Todesursache ist weiterhin nicht geklärt, und die USA fordern Russland auf, weitere Informationen bereitzustellen. (AP/PBS, The National)
Offizielle Darstellung vs. unbestätigte Berichte
Offizielle russische Stellen und einige russische Medien schildern die Ereignisse unterschiedlich. Wo sich die Darstellungen unterscheiden, zeigen wir beide.
Frage
Offizielle Stellen / Gesundheitsorganisationen
Unbestätigte Berichte
Status
Was war die Todesursache?
Rospotrebnadzor: „Lungenentzündung unbekannter Ursache“. Russland teilte der WHO mit, in Irkutsk sei kein Pestfall registriert worden. WHO (6. Okt.): Ursache wird weiterhin untersucht.
Regionale Medien und Telegram-Kanäle unter Berufung auf ungenannte Quellen: Lungenpest.
Nicht bestätigt
Gab es einen Laborunfall?
Rospotrebnadzor: Am Institut wurde kein Unfall mit Krankheitserregern registriert.
Um den 25. September sei ein Reagenzglas mit Pestbakterien zerbrochen.
Umstritten
Gibt es weitere Fälle?
Keine gefährlichen Infektionen bei Kontaktpersonen; Tests ergaben 2 COVID-19- und 2 Rhinovirus-Infektionen. ECDC: keine Berichte über Folgefälle.
Keine belegten Fälle.
Keine gemeldet
Wer steht unter Beobachtung?
Rund 200 Kontaktpersonen ermittelt, etwa 189 zur Beobachtung stationär aufgenommen. Am 6. Oktober teilte Russland der WHO mit, die Überwachung aller Kontaktpersonen sei beendet.
Berichten zufolge mehrere Krankenhäuser in Irkutsk geschlossen oder mit Einschränkungen, darunter Kinder- und Geburtsstationen.
Überwachung beendet
Weiter reichende Quarantäne?
Krankenhäuser bezeichneten Berichte über Massenschließungen als Falschmeldungen. Russische Faktenchecker fanden keine stadtweite Quarantäne in Irkutsk oder Moskau.
Behauptungen über eine Quarantäne für die gesamte Stadt, die gesamte Region oder für Moskau.
Russische Medien berichten später, im Labor sei ein Reagenzglas mit Pestbakterien zerbrochen. Offizielle Stellen erklären, es sei kein Unfall registriert worden. (RFE/RL)
Die Laborantin wird ins Krankenhaus eingeliefert. (RFE/RL)
Sie stirbt in der Nacht zum 2. Oktober an einer schweren Lungenentzündung. Eine Station des Kreiskrankenhauses Schelechow wird geschlossen und unter Quarantäne gestellt. Gouverneur Igor Kobsew bestätigt den Verdacht auf eine besonders gefährliche Infektion und beruft eine regionale Kommission ein. Fast 200 Menschen werden unter Beobachtung gestellt. (CBS News, Meduza, The Moscow Times)
Rospotrebnadzor erklärt, die Diagnose habe „Lungenentzündung unbekannter Ursache“ gelautet, es habe keinen Unfall mit Krankheitserregern gegeben, und es seien keine Mikroorganismen gefunden worden, die mit ihrer Arbeit in Verbindung stehen. Tests bei Kontaktpersonen ergeben 2 COVID-19- und 2 Rhinovirus-Infektionen, jedoch keine gefährlichen Erreger. (RFE/RL, Lenta.ru, IrCity, BFM.ru)
Der Gouverneur bezeichnet die Lage als stabil. Kremlsprecher Dmitri Peskow ruft dazu auf, nur offiziellen Quellen zu vertrauen. US-Außenminister Marco Rubio sagt, die USA würden die Lage „genau beobachten und verfolgen“. Russische Faktenchecker bezeichnen Behauptungen über eine Quarantäne in Moskau als Falschmeldung. (RFE/RL, Lenta.ru, CBS News, Lapsha Media)
WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagt, es sei keine Todesursache offiziell bestätigt worden, und nennt vorläufige Risikostufen: mäßig bis gering für Irkutsk, gering für Russland, sehr gering für die WHO-Region Europa. Er verliest die Antwort Russlands: Bei Kontaktpersonen seien keine gefährlichen Erreger gefunden worden, und in Irkutsk sei kein Pestfall registriert worden. Das ECDC meldet keine Folgefälle. Rubio sagt, Russland solle mehr Informationen teilen. (WHO-Briefing in Genf, AP/PBS, The National, ECDC)
Was das für Sie bedeutet
Die WHO schätzt das Risiko für Irkutsk als mäßig bis gering ein, für Russland als gering und für die WHO-Region Europa als sehr gering. Folgefälle wurden nicht gemeldet. (WHO-Briefing in Genf, ECDC)
Nur die Lungenpest wird von Mensch zu Mensch übertragen, und zwar über Tröpfchen aus den Atemwegen; dafür ist in der Regel enger und längerer Kontakt mit einer erkrankten Person nötig. (US-CDC, ECDC)
Symptome treten schnell auf. Die Inkubationszeit der Lungenpest kann bei nur einem Tag liegen; Fachleute weisen deshalb darauf hin, dass sich eine Weiterverbreitung in der Regel rasch zeigen würde. (US-CDC, Northeastern University)
Pest ist mit Antibiotika behandelbar; frühe Diagnose und Behandlung retten Leben. (WHO)
Keine Selbstmedikation. Wenn Sie glauben, dem Erreger ausgesetzt gewesen zu sein, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt über Tests und Behandlung.
Wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten
Suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn Sie plötzlich Fieber mit Husten, Brustschmerzen oder Atemnot bekommen, nachdem Sie möglicherweise dem Erreger ausgesetzt waren – durch engen Kontakt mit einer an Lungenpest erkrankten Person oder durch Kontakt mit Nagetieren, Flöhen oder toten Tieren in Gebieten, in denen Pest vorkommt. Weisen Sie dabei auf diesen Kontakt hin. Im Notfall rufen Sie die örtliche Notrufnummer an (z. B. 112).
Grundwissen zur Pest
Die Pest wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht, das meist bei kleinen Säugetieren und ihren Flöhen vorkommt. Menschen können sich durch Flohstiche, durch direkten Kontakt mit infiziertem Gewebe oder durch das Einatmen infektiöser Partikel aus den Atemwegen anstecken. (WHO)
Die drei Formen
Form
Wie man sich ansteckt
Hauptsymptome
Von Mensch zu Mensch übertragbar?
Inkubationszeit
Beulenpest
Stich eines infizierten Flohs
Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schwäche; ein oder mehrere geschwollene, schmerzhafte Lymphknoten (Bubonen)
Nein
2–8 Tage
Lungenpest
Einatmen infektiöser Tröpfchen eines Menschen oder Tieres mit Lungenpest oder Übergreifen einer unbehandelten Beulenpest oder septikämischen Pest auf die Lunge
Fieber, Kopfschmerzen, Schwäche und eine sich rasch entwickelnde Lungenentzündung mit Atemnot, Brustschmerzen, Husten, manchmal blutigem oder wässrigem Auswurf
Ja, über Tröpfchen aus den Atemwegen
Ab 1 Tag
Septikämische Pest (Pestsepsis)
Flohstiche oder Umgang mit einem infizierten Tier; kann auch auf eine unbehandelte Beulenpest folgen
Fieber, Schüttelfrost, extreme Schwäche, Bauchschmerzen, Schock, mögliche Blutungen; Haut und Gewebe (Finger, Zehen, Nase) können sich schwarz verfärben
Unbehandelt verläuft die Beulenpest bei 30 bis 60 % der Erkrankten tödlich; Lungenpest und septikämische Pest enden unbehandelt immer tödlich. Frühe Diagnose und Behandlung mit Antibiotika retten Leben. (WHO, US-CDC)
Behandlung und Vorbeugung
Pest ist mit Antibiotika heilbar, die Behandlung muss aber rasch erfolgen. (US-CDC)
Die WHO empfiehlt eine Impfung gegen Pest nur für Hochrisikogruppen: Laborpersonal, das ständig einem Kontaminationsrisiko ausgesetzt ist, sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen. (WHO)
Vorbeugung heißt: Flohstiche vermeiden, keine Tierkadaver anfassen und bei der Versorgung von Erkrankten die Standardhygienemaßnahmen einhalten. (WHO)
Wo die Pest heute vorkommt
Die Pest kommt weiterhin in ländlichen Gebieten Afrikas, Asiens und Amerikas vor. Von 2019 bis 2025 stammten die meisten der WHO gemeldeten Fälle aus der Demokratischen Republik Kongo und aus Madagaskar. In den USA erkranken im Schnitt etwa sieben Menschen pro Jahr, meist in ländlichen Gegenden im Westen des Landes. (WHO, US-CDC)
Gerüchte-Check
Keine Belege „Moskau bereitet eine Pest-Quarantäne vor.“
Russische Faktenchecker fanden keine stadtweite Quarantäne in Moskau oder Irkutsk und bezeichneten die Behauptung als Falschmeldung. Einschränkungen wurden nur aus einzelnen Krankenhäusern gemeldet. (Lapsha Media)
Nicht belegt „Die Pest breitet sich in Russland aus.“
Es gibt einen Todesfall, dessen Ursache noch untersucht wird. Folgefälle wurden nicht gemeldet, und Russland teilte der WHO mit, dass bei Kontaktpersonen kein Fall von Pest oder einem anderen hochgefährlichen Erreger festgestellt wurde. (ECDC, AP/PBS)
Unbestätigt „Sie hat sich auf einer Reise nach Thailand angesteckt.“
Das war eine von zwei widersprüchlichen frühen Darstellungen in russischen Medien; die andere brachte die Erkrankung mit ihrer Laborarbeit in Verbindung. Keine der beiden ist bestätigt. (Meduza)
Falsch „Pest ist nicht heilbar.“
Antibiotika heilen die Pest, wenn die Behandlung früh beginnt. (US-CDC, WHO)
Häufige Fragen
Gibt es einen Pestausbruch in Russland?
Mit Stand vom 6. Oktober 2026 gibt es einen Verdachtsfall: eine Laborantin in Irkutsk, die in der Nacht zum 2. Oktober an einer Lungenentzündung starb. Pest ist als Todesursache nicht bestätigt, und es wurden keine Folgefälle gemeldet. Russland teilte der WHO mit, dass die Überwachung aller Kontaktpersonen beendet ist. Die WHO schätzt das Risiko für Irkutsk als mäßig bis gering, für Russland als gering und für die WHO-Region Europa als sehr gering ein.
Was ist Lungenpest?
Die Lungenpest ist die Form der Pest, die die Lunge befällt. Sie verursacht Fieber, Kopfschmerzen, Schwäche und eine sich rasch entwickelnde Lungenentzündung. Sie ist die einzige Form der Pest, die von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, und zwar über Tröpfchen aus den Atemwegen.
Ist die Pest ansteckend?
Nur die Lungenpest wird von Mensch zu Mensch übertragen, und zwar über infektiöse Tröpfchen aus den Atemwegen; dafür ist in der Regel enger und längerer Kontakt nötig. Mit Beulenpest und septikämischer Pest steckt man sich meist über infizierte Flöhe oder Tiere an, nicht über andere Menschen.
Ist Pest heilbar?
Ja. Pest ist mit Antibiotika heilbar, die Behandlung muss aber rasch beginnen. Unbehandelt verlaufen Lungenpest und septikämische Pest immer tödlich, deshalb ist eine frühe Diagnose wichtig.
Was ist der Unterschied zwischen Lungenpest und Beulenpest?
Die Beulenpest folgt meist auf einen Flohstich und verursacht geschwollene, schmerzhafte Lymphknoten; sie wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Lungenpest befällt die Lunge, kann sich innerhalb eines Tages nach dem Kontakt mit dem Erreger entwickeln und über Tröpfchen aus den Atemwegen von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Sollte ich wegen dieses Falls meine Reisepläne ändern?
Die WHO schätzt das Risiko durch diesen Fall für die WHO-Region Europa als sehr gering und für Russland insgesamt als gering ein. Richten Sie sich bei Reiseentscheidungen nach den offiziellen Reisehinweisen Ihres Landes, die auch andere Gesichtspunkte berücksichtigen können.
PlagueGuide ist eine unabhängige Seite. Wir sind keine medizinischen Fachleute und weder mit der WHO noch mit der CDC, dem ECDC oder einer Regierung verbunden. Jede Aussage ist mit ihrer Quelle verlinkt; wo sich offizielle und inoffizielle Darstellungen unterscheiden, zeigen wir beide. Das Datum oben ändern wir nur, wenn sich der Inhalt ändert.